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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1597. Beethoven an Joseph Friedlowsky1

[Wien, vielleicht Anfang März 1823]2

Mein werther Fridelowsky!

Ich bitte sie, wo möglich, mir einige Minuten bey mir zu schenken, indem ich nur etwas mit ihnen zu reden habe, bauend auf ihre mir immer geschenkte Freundschaft, vertraue ich auf ihr entgege[n]kommen – ich darf nicht so früh ausgehen, sonst wär ich selbst gekommen –

meine wohnung Kothgaße No 60 2-ter Stock

Für Herrn Von Friedlovsky .
No 84 Kanalgaße an der Vien beym Sultan3 1-ter Stock



1 Joseph Friedlowsky (1777 – 1859), Klarinettist am Theater an der Wien, Professor am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, seit 1822 Mitglied der Hofkapelle. Zu seinen privaten Schülern gehörte der Kammerherr des Erzherzogs Rudolph, Graf Ferdinand Troyer.

2 Einen ersten Anhaltspunkt für die Datierung bietet Beethovens Adresse, die allerdings richtig Vorstadt Windmühle Nr. 60, Obere Pfarrgasse lauten sollte. (Das Haus Nr. 60 grenzte an das Eckhaus Nr. 61 zur Kothgasse an.) Beethoven wohnte dort von Oktober 1822 bis Mai 1823. Das Wasserzeichen des Autographs weist in das Jahr 1823 ("C&I HONIG", SG 154). Dasselbe Papier findet sich in Brief 1581 (25.2.1823), 1589 (Ende Februar 1823), 1654 (Sommer 1823), 1729 (16.8.1823) und 1731 (19.8.1823). Ein weiterer Brief an Friedlowsky (Brief 1598), wie der vorliegende undatiert, ist ebenfalls auf diesem Papier geschrieben. Vielleicht besteht zwischen beiden Briefen (Brief 1597 und 1598) und Beethovens Vermerken (" Fridlovsky" und "den Friedlovsky durch mein[en] Bruder") in einem Konversationsheft von Anfang März 1823 (BKh 3, S. 101 und 104) ein Zusammenhang.

3 Das Haus "Zum Groß-Sultan" in der Kanalgasse, Vorstadt Laimgrube, trug seit 1821 die Hausnummer 92. Beethoven verwendet hier wie in Brief 1598 eine alte Adresse.


© 1998 G. Henle Verlag, München