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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1812. Beethoven an Joseph Karl Bernard

(Fragment)

[Wien, 12. April 1824]1

Mein lieber Bernard !

S. [chindler] zeigt ihnen das geschenk des Königs von Frankr.[eich]2 sie sehen wohl, daß es der Mühe werth ist sowohl für meine als des Königs Ehre so etwas zu verbreiten. man sieht, daß <er> S.M. mich nicht bloß ablohnen wollten, <da er>indem S.M. ihr Exempl.3 bezahlt haben, ich finde hierin einen großmüthigen u. feinfühlenden König, ich überlaße ihnen ganz selbst wie sie dieses <Angelegenheit>Ereigniß in ihrer geschäzten Zeitschrift <anfü>bekannt machen wollen4
wegen ihrem oratorium5 sprechen wir unß bald, sie haben mich hierüber damals ganz u. gar mißverstanden, ich aber so überhaüft mit so vielem, daß es mir wirkl. schwer wird immer in's detail des Lebens zu gehen, ich hoffe aber,



1 Schindler führte den im vorliegenden Brief angesprochenen Auftrag am Vormittag des 12.4.1824 aus, s. BKh 6, S. 32f. (die Eintragungen stammen von diesem Tag). Bernard sagte seinen Bericht in "3 – 4 Tagen" zu.

2 Ludwig XVIII. hatte Beethoven eine goldene Medaille mit seinem Bildnis und der Inschrift "Donée Par Le Roi à Monsieur Beethoven" auf der Rückseite verliehen, s. die Briefe 1781 und 1805 vom 20.2. bzw. 4.4.1824.

3 Die Partiturabschrift der Missa solemnis, auf die König Ludwig XVIII. subskribiert hatte.

4 Am 15.4.1824 erschien in der Wiener Zeitung (Nr. 87, S. 373) die Mitteilung: " Se. Majestät der König von Frankreich haben dem hiesigen Tonsetzer Ludwig van Beethoven, bey Gelegenheit der Uebersendung der Partitur seiner neuen Messe, zur Bezeigung der Zufriedenheit über dieses große Tonwerk, eine goldene Medaille, mit dem Bildnisse Sr. Majestät, und der Inschrift auf der Rückseite: 'Von dem Könige Hrn. Beethoven verliehen', zustellen zu lassen geruhet."

5 Der Sieg des Kreuzes. Zur Vorgeschichte dieses Projektes s. Brief 1772 vom 13.1.1824.


© 1998 G. Henle Verlag, München