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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

1915. Beethoven an Ignaz von Seyfried

[Wien, bald nach dem 25. Dezember 1824]1

Mein lieber werther Bruder in Apollo!

Meinen herzlichen Dank für die Mühe, welche Sie sich um mein Menschliches Werk gegeben, und ich freue mich, daß auch das Gelingen allgemein anerkannt geworden; ich hoffe, daß Sie mich nie vorbeygehen, wo ich im Stande bin, Ihnen mit meinen geringen Kräften zu dienen; die löbl. Bürgerschaftscommission ist ohnehin von meinem guten Willen genugsam überzeugt; um ihr diesen neuerdings zu bethätigen, werden wir uns einmahl freundschaftlich besprechen, auf welche Art ihr am Besten gedient sey. – Wenn Meister wie Sie an uns Theil nehmen, so dürfen die Schwingen wohl nie lahm werden.

Mit herzlicher Hochachtung ihr Freund
Beethoven m.p.



1 Seyfried merkt zu dem Schreiben an: "Die Veranlassung gab eine große, fugirte Fest-Ouverture, welche ich in einem Concerte für den Bürgerspitalfond aufführte, und wovon ich ihm die geborgten Auflagstimmen nebst dem verbindlichen Danksagungsschreiben der Verwaltungscommission zurücksendete" . Die Benefizkonzerte für das Bürgerspital fanden immer am 25. Dezember im großen Redoutensaal statt. Für den möglichen Zeitraum (1822 – 1826) kommt nur das Konzert vom 25.12.1824 in Betracht, das Seyfried dirigieren sollte, s. BKh 7, S. 328. Es ist das einzige Mal, an dem die Ouvertüre op. 124 auf dem Programm stand, s. den Bericht in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, Jg. 10, Nr.2 vom 4.1.1825, S. 15f., und die knappe Programmzusammenstellung in der anonym erschienenen Konzertübersicht Akademien, Concerte, und musikalische Unterhaltungen , [Wien] 1825, S. 151: " Große Ouv. von Beethoven (in C.)" . Der Kritiker der Allgemeinen Theaterzeitung 18 (Nr. 1 vom 1.1.1825), S.2, spricht von einer "überaus künstlichen Ouvertüre des Herrn Ludwig van Beethoven" , gibt aber die Tonart nicht an. Auf die sorgfältige Bewahrung und Rückgabe der Aufführungsmaterialien beziehen sich die Eintragungen des Neffen in BKh 7, S. 335 und 338 (26./27. 12. 1824).


© 1998 G. Henle Verlag, München