Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen
Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für
Münzen und
Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen
Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo,
Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).
Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein
Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.
Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.
2129. Beethoven an Fürst Franz Ludwig Hatzfeld zu Trachenberg1
(Entwurf)
[Wien, Anfang März 1826]2
1 Fürst Hatzfeld war seit 1822 königlich preußischer Gesandter in Wien. Er hatte bereits 1823 ein Subskriptionsexemplar der Missa solemnis an König Friedrich Wilhelm III. vermittelt.
2 Seit Anfang Februar 1826 bemühte sich Beethoven, durch Vermittlung des preußischen Gesandten die Genehmigung zur Widmung der neunten Symphonie an den König von Preußen zu erhalten. Der Gesandtschaftssekretär, Aloys Wernhart, gab den Rat, sich schriftlich an Fürst Hatzfeld zu wenden, s. BKh 8, S. 306 und BKh 9, S. 35. Wie aus einer Frage von Holz hervorgeht, war das Schreiben am 19.2.1826 noch immer nicht aufgesetzt, s. BKh 9, S. 38 (Bl. 26r). Am 12.3.1826 berichtete Holz aber dann: "Der Fürst hat schon an den König geschrieben, und zwar ein günstiges Vorwort" , s. BKh 9, S. 105. Der vorliegende Entwurf und die an den Fürsten abgesandte Reinschrift dürften demnach zwischen dem 19.2. und 12.3.1826, vielleicht Anfang März 1826 geschrieben worden sein.
3 Am oberen und unteren Rand mehrere Abkürzungen der Anrede ausprobiert.
4 Die in den Revolutionskriegen an Frankreich gefallenen Territorien des Kurfürstentums Köln waren 1815 Preußen zugeschlagen worden.