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Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

2129. Beethoven an Fürst Franz Ludwig Hatzfeld zu Trachenberg1

(Entwurf)

[Wien, Anfang März 1826]2

Euer Durchlaucht!3

Ich bin im Begriff, meine größte Symph. die ich bisher geschrieben, herauszugeben. Ich würde es mir zu höchster Ehre u. Gnade rechnen, wenn ich Selbe S.M. dem K. v. Preußen widmen dürfte. Ich nehme mir daher die Freyheit, E.D. zu bitten, daß dieselbe die Gnade haben möchten, dieß S.M. zu eröffnen; <oder> u. d. Sache auf eine günstige Art vorzutragen. E.D. werden keine Unehre damit einlegen. Auch wünsche ich, daß S.M. wissen möchten, daß ich ebenfalls zu Ihren Unterthanen vom Rhein gehöre,4 u. als solcher um somehr wünschte, ihnen meine Ehrfurcht zu bezeugen.
Indem ich dieses – – – bitte ich nun, mich baldigst wissen zu lassen, ob E.D. dieße Gnade für mich haben wollen.



1 Fürst Hatzfeld war seit 1822 königlich preußischer Gesandter in Wien. Er hatte bereits 1823 ein Subskriptionsexemplar der Missa solemnis an König Friedrich Wilhelm III. vermittelt.

2 Seit Anfang Februar 1826 bemühte sich Beethoven, durch Vermittlung des preußischen Gesandten die Genehmigung zur Widmung der neunten Symphonie an den König von Preußen zu erhalten. Der Gesandtschaftssekretär, Aloys Wernhart, gab den Rat, sich schriftlich an Fürst Hatzfeld zu wenden, s. BKh 8, S. 306 und BKh 9, S. 35. Wie aus einer Frage von Holz hervorgeht, war das Schreiben am 19.2.1826 noch immer nicht aufgesetzt, s. BKh 9, S. 38 (Bl. 26r). Am 12.3.1826 berichtete Holz aber dann: "Der Fürst hat schon an den König geschrieben, und zwar ein günstiges Vorwort" , s. BKh 9, S. 105. Der vorliegende Entwurf und die an den Fürsten abgesandte Reinschrift dürften demnach zwischen dem 19.2. und 12.3.1826, vielleicht Anfang März 1826 geschrieben worden sein.

3 Am oberen und unteren Rand mehrere Abkürzungen der Anrede ausprobiert.

4 Die in den Revolutionskriegen an Frankreich gefallenen Territorien des Kurfürstentums Köln waren 1815 Preußen zugeschlagen worden.


© 1998 G. Henle Verlag, München