Ue
Beethoven-Haus Bonn Hilfe
schließen ×

Hilfe zur Benutzung der Brieftexte

Editorische Zeichen in den Brieftexten

  • <...> Streichung, Überschreibung, Löschung
  • [...] Herausgeberzusatz
  • +...+ Markierung längerer Passagen, auf die im Kommentar eingegangen wird, z.B. mehrfache Unterstreichung
  • +...+ Einfügungen des Schreibers mit Verweiszeichen im Original
  •  ... * Asterisk, Kennzeichnung von Textverlust durch Beschädigung der Handschrift

Ungebräuchliche und schwer verständliche Abkürzungen im Brieftext werden in eckigen Klammern [ ] aufgelöst. Die gängigen Abkürzungen und Zeichen für Münzen und Währungen bleiben unverändert. Nicht aufgelöst werden auch die geläufigen Abkürzungen bei Tempo- und Instrumentenbezeichnungen wie Allo, Andte, Vno(Violino) und Vcello(Violoncello).

Wurde ein Dokument im Laufe der Überlieferung getrennt und befindet sich nur ein Teil im Beethoven-Haus Bonn, ist dieser Teil in der Übertragung fett wiedergegeben.

Abkürzungen in den Brieftexten

  • # Dukaten
  • sfl., f., fr. Florin, Gulden
  • kr, xr, x Kreuzer
  • C.M., c.m. Konventionsmünze
  • W.W., w.w. Wiener Währung
  • BZ, B.Z. Bancozettel
  • £ Pfund Sterling
  • Rthlr Reichstaler
  • Thlr Taler
  • d.c. da capo
  • d.g., dgl. dergleichen
  • d.s. dal segno
  • etc. et cetera
  • mp, m.p. manu propria
  • Nb. Nota bene
  • P.P. Praemissis Praemittendis
  • P.S. Postscriptum
  • P.T. Pleno Titulo

Der nachgestellte Kommentar enthält den Quellennachweis sowie textkritische und erläuternde Anmerkungen. Für die häufiger zitierte Literatur werden Abkürzungen und Siglen verwendet.

2227. Beethoven an Tobias Haslinger

Gneixendorf am 11ten 9 br [= November] 1826.

Werther Freund!

Da Sie meinen ersten Brief nicht beantworteten,1 wollte ich Ihnen auch nicht beschwerlich fallen; ich schickte daher meinen Bruder selbst mit meinem neuesten Quartett nach Wien.2
Nun habe ich aber noch eine Bitte an Sie. An H.[errn] Mathias Artaria geht ein kleines Paquet unter Ihrer Addresse ab; sobald dieß ankömmt, lassen sie ihm gefälligst sagen, daß sich bey Ihnen das Paquet befindet, welches sie ihm aber nur gegen Erlag von 15 # in Gold einhändigen.3 Sagen Sie nur, daß Sie von dieser Summe für mich Zahlungen zu machen haben;4 deshalb habe ich ihm auch geschrieben, mit dem Zusatz, dass ich [i]hnen* ohnehin noch Etwas zuzusenden hatte, welches ich daher gleich mit diesem Paquet, um die Sache zu vereinfachen, an Sie gesendet hab. Diese Herrn wollen immer mit mir selbst reden, um mir abzudingen; daher wende ich mich an Sie. –
Ich hofte daß Sie die früher liegen gebliebnen Werke herausgeben,5 u. wenn Sie deßhalb Verdruß hatten, so sind Sie wirklich etwas selbst Schuld dabey. Holz sagte mir, daß Sie zu der Kantate noch Einiges hinzuzufügen; u. daß Sie dafür einen enormen Preis bezahlen müssen;6 seyn Sie deshalb ausser Sorge, ich werde mich hierin, so wie in allen Stücken, billig u. gefällig zeigen.

Ihr Freund
Beethoven

Herrn Herrn Tobias Hasslinger , Kunst- u. Musikhändler in Wien . Am Graben in der Kunsthandlung abzugeben.



1 Wohl Brief 2221 vom 13.10.1826. Dieser Brief traf laut Registraturvermerk am 16.10.1826 ein und wurde vermutlich nicht beantwortet.

2 Vgl. Brief 2225 vom 30.10.1826.

3 Das Paket sollte den neuen Schlußsatz von op. 130 enthalten. Es ging erst am 22.11.1826 ab, s. Brief 2229 .

4 Nach seinem Spesenbuch zahlte Artaria am 25.11.1826 "an Haslinger für Beethoven 15 # in Gold" , s. N II, S. 365.

5 Gemeint sind wohl die Oper Fidelio, die Kantate "Der glorreiche Augenblick" und möglicherweise zwölf englische Lieder, die Beethoven zusammen mit einer Anzahl anderer Werke schon im Frühjahr 1815 an S.A. Steiner, Haslingers Vorgänger, verkauft hatte.

6 Beethoven bezieht sich wohl auf ein Gespräch mit Holz um den 18.9.1826: " Haslinger wird die Cantate herausgeben, wenn Sie was immer für ein Honorar verlangen für die Vermehrung" , s. BKh 10, S. 228 (Bl. 31r). Schon 1825 hatte er erwogen, die Kantate, von Haslinger postum als op. 136 veröffentlicht, durch "eine Art overture " zu erweitern, s. Brief 1992 vom 12.6.1825.


© 1998 G. Henle Verlag, München